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Rahmkalender der Saison 2009/2010


 

Traum-Start in die neue Fußball-Ehe

TSV Goßmannsdorf wird A-Klassen-Meister und heißt ab sofort FG Goßmannsdorf-Tückelhausen


Wenn das keine idealen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fußball-Ehe sind: Gleich im ersten Jahr errang die Verbindung zwischen dem TSV Goßmannsdorf und dem SV Tückelhausen-Hohestadt den Meistertitel und steigt in die Kreisklasse auf.

Zur neuen Runde muss die FG Goßmannsdorf-Tückelhausen, wie die Gemeinschaft nun heißt, zwar auf ihre beiden besten Torjäger verzichten. Spielertrainer Carsten Breunig ist trotzdem überhaupt nicht bange vor der Zukunft. Ziel der Gemeinschaft müsse es sein, „mit der ersten Mannschaft die Kreisliga zu erreichen und mit der zweiten die A-Klasse“, verkündet er.

Die Erfolgsgeschichte des seit 1862 bestehenden TSV Goßmannsdorf wurde mit der letzten Saison um manches Kapitel reicher. Was vor fast genau einem Jahr mit dem Gewinn der Ochsenfurter Stadtmeisterschaft begann, mündete über die souveräne Meisterschaft in der A-Klasse, zuletzt schaffte die jetzige FG Goßmannsdorf-Tückelhausen sogar die Qualifikation für das Bayernfinale im Erdinger-Cup. „Die Euphorie, die vor einem Jahr begann, ist noch spürbar. Ich hoffe, wir halten sie noch möglichst lange“, sagt Spielertrainer Carsten Breunig.

Damals, im Juli 2008, startete Breunig ein wenig ins Ungewisse bei seinem Heimatverein, zu dem er nach zehnjähriger Fußball-Wanderschaft wieder zurückkehrte. Ob die Sache mit den Spielern aus Tückelhausen klappt, schien nicht sicher. „Wir wussten lange nicht, was für Personal uns für die Runde zur Verfügung steht. Wir haben gesagt, wenn Tückelhausen mitgeht, dann spielen wir eine gute Rolle in der Liga.“

Die Vereinigung folgte, jedoch noch nicht unter dem gemeinsamen Namen. Und was für eine Rolle die Kicker spielten: Die neu formierte Mannschaft schien zunächst beinahe unbezwingbar. Erst in der Rückrunde leistete sie sich die ersten Kratzer auf dem zuvor tadellosen Lack. Gleich drei Unentschieden in Serie, gegen FC Ochsenfurt II, Erlach und Gnodstadt setzte es. Die letzten beiden seien eingeplant gewesen, nur der Punktverlust gegen Ochsenfurt II eben nicht. Außerdem: „Es hat doch niemand erwartet, dass wir alle Spiele gewinnen.“ Kurze Zeit später kassierte Breunigs TSV die einzige Niederlage der Runde in Fuchsstadt. „An dem Tag hätten wir auch gegen jeden anderen verloren“, kommentierte der Trainer den Ausrutscher.

Es folgte die vielleicht einzig richtig kritische Situation der Saison, das Spiel in Kleinochsenfurt. „Auf der Mannschaft lag enormer Druck, auch weil viele sagten, da gewinnt ihr nicht so einfach“, erinnert sich Breunig. Mit 5:0 gab seine Elf den Skeptikern die passende Antwort. Von da an sei es auch ihm klar gewesen, „dass wir Meister werden“. Schon im Vorfeld habe er keine Sekunde gezweifelt. „Die Stimmung bei uns war immer gleich, die Mannschaft hat jederzeit an sich geglaubt.“ Die Kontrahenten nahmen sich gegenseitig die Punkte weg, mit dem 2:0 in Winterhausen bog der TSV auf die Zielgerade.

Carsten Breunigs Fazit nach seinem ersten Titel als Trainer: „Die Mannschaft war gut für die A-Klasse. Ich freue mich für die beiden Vereine. Vor allem Tückelhausen hatte es im Vorfeld nicht leicht.“ Nun steht ein Umbruch an, der vor allem die Offensive betrifft. Toptorjäger Manuel Ötsch (38 Tore) wechselt zum SV Gaukönigshofen, Sebastian Vogel (25 Tore) wird aufhören. Wird nun der mit 16 Treffern drittbeste der Torjägerliste, Carsten Breunig, in den Angriff gehen? Wohl kaum. Eher in der Defensive sieht er sine Rolle weiterhin. Die beiden Stürmer müsse man nun eben ersetzen. „Jetzt sind andere in der Verantwortung. Es rücken einige nach.“ Breunig sieht Daniel Dörr oder manch junges Fohlen, das im eigenen Stall bereits mit den Hufen scharrt.

Denn der Nachwuchs bietet Anlass zur Hoffnung. „Da sind viele gute Leute dabei. Wenn sie beim Verein bleiben, dann wird der Weg automatisch einmal weiter nach oben gehen.“ Wann, das werde sich zeigen. Zunächst will der Trainer sine Kicker an die aus Goßmannsdorfer Sicht recht reizvolle Kreisklasse gewöhnen. Oder wie Carsten Breunig sagt: „Jede Zeit hat ihren Mann, jeder Mann hat seine Zeit." Da wird es Zeit, dass die neue FG nun neue Taten folgen lässt.



Relegationsspiele als Event

Kreisspielleiter Jürgen Pfau zieht eine positive Kreis-Bilanz


Eine positive Bilanz der vergangenen Saison und einen zuversichtlichen Ausblick auf die kommenden Aufgaben gab Kreisspielleiter Jürgen Pfau bei der ersten von drei Spielgruppentagungen. „Der Spielbetrieb ist sehr gut gelaufen“, resümierte Pfau, der erst im Winter das Amt von Rainer Hagen übernommen hatte.

Auch wenn es im Winter und Frühjahr angesichts des schlechten Wetters einige Absagen gegeben hatte, war Pfau mit der Saison zufrieden. „Wir hatten Pech mit dem Wetter, aber wir müssen nun vor der Weltmeisterschaft 2010 schauen, dass wir wenig Absagen haben“, so Pfau mit dem Verweis auf einen eng gestrickten Rahmenterminkalender.

Sehr erfreut war Pfau über die Relegationsspiele. 8600 zahlende Zuschauer seien zu den zwölf Spielen im Fußballkreis Schweinfurt gekommen, „das spricht für die Attraktivität der Relegation.“ Im kommenden Jahr wird die Relegation wegen der Weltmeisterschaft um zwei Tage verkürzt, ansonsten denkt Pfau aber mittelfristig sogar über eine Ausweitung nach. Vielleicht wird es im Fußballkreis auch eine Relegation zwischen den A- und B-Klassen geben. Ein wenig Missmut erzeugte die Preisgestaltung der Eintrittsgelder. Pfau gestand zu, dass vier Euro für ein B-Klassen-Meisterspiel vielleicht ein wenig viel seien, ansonsten fand er aber die Preise von fünf Euro bei Bezirks-Relegationsspielen und vier Euro auf Kreisebene angemessen, „gerade aufgrund des Eventcharakters dieser Spiele.“

An einem Strang ziehen

Mahnende Worte hatte Jürgen Pfau für den einen oder anderen Verein der Kreisklasse 1. Dort hatte es im Laufe der Saison Vorwürfe gegenüber Hilalspor Schweinfurt gegeben, die sich als haltlos herausstellten (wir berichteten). „Man muss miteinander reden, dann funktioniert es. Gleich an die Öffentlichkeit zu gehen halte ich für den falschen Weg“, erklärte Pfau.

Als positiv empfindet Jürgen Pfau die Entwicklung der B-Klassen. In der neuen Saison gibt es sieben A-Klassen und fünf B-Klassen, 2010 sollen es sechs A- und sechs B-Klassen sein. „Wir wollten keinen verstärkten Abstieg wie im Kreis Würzburg, sondern sukzessive umbauen“, so Pfau. Gleichwohl betonte er, dass kein Verein gezwungen werde, eine Reserve im aufstiegsberechtigten Punktspielbetrieb anzumelden. Der Trend geht aber dahin, wie man auch in der neuen Saison sieht, wo mehr zweite Mannschaften gemeldet wurden.

Frohgemut zeigte sich Herbert Braunreuther, Vorsitzender des Schweinfurter Sportgerichts. Er hatte nämlich wesentlich weniger Arbeit, um 20 Prozent auf 630 Fälle ging das Volumen zurück. 394 Rote Karten mussten behandelt werden, zwei Spielabbrüche bei Fortuna Schweinfurt und dem SC 1900 Schweinfurt gab es. Interessant ist, dass in manchen Klassen die Fälle drastisch zurückgingen, in anderen aber stark anstiegen wie in der Kreisklasse 2, wo 2008 nur 25 Rote Karten, in der vergangenen Saison aber 44 Platzverweise verteilt wurden. Braunreuther appellierte an die Vereine, die Zahl der Spielabsagen niedrig zu halten.

Einen wichtigen Hinweis für den Ordnungsdienst gab es ebenfalls. „Wenn sich Ärger abzeichnet, muss der Ordnungsdienst beruhigend einwirken“, betonte Braunreuther. Wichtig sei zu wissen, dass der Verein das Hausrecht habe. Wenn der Schiedsrichter den Namen eines Störenfriedes haben wolle und dieser nicht rauszufinden sei, dürfe der Störer bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Das komme nicht oft vor, sei aber wichtig zu wissen, denn ansonsten müsste der Verein die eventuelle Strafe zahlen.

Schiedsrichterobmann Horst Knorpp brach eine Lanze für die jungen Schiedsrichter: „Behandelt sie gut, sie sind euer Kapital für ein gutes Spiel“, so Knorpp. Er verwies mit Stolz darauf, dass 45 Prozent der unterfränkischen Schiedsrichter aus den vier Schweinfurter Schiedsrichtergruppen kommen. Außerdem sei mit Benjamin Brand aus Schallfeld ein Nachwuchsschiedsrichter nun in die Regionalliga berufen worden, was ein großer Erfolg sei.


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